DONETZ – Komplettes Kabelnetz lagerichtig dokumentiert

DONETZ – Komplettes Kabelnetz lagerichtig dokumentiert

Dortmunder Netz GmbH setzt auf Trassendokumentation mit lagerichtiger Mehrstrichdarstellung im GIS

DONETZ – Komplettes Kabelnetz lagerichtig dokumentiert

Paderborn/Dortmund, Oktober 2024.
Die Dortmunder Netz GmbH steht vor dem Abschluss eines der größten GIS-Datenprojekte der letzten Jahre. Erstmalig hat ein großer deutscher Netzbetreiber die GIS-Daten des kompletten Kabelnetzes in eine Trassendokumentation mit lagerichtiger Mehrstrichdarstellung überführt. Das Problem eines lageverzerrten Planwerks wurde gemeinsam mit der Mettenmeier GmbH damit flächendeckend gelöst.

Ausgangslage

Die DONETZ betreibt auf einer versorgten Fläche von 140 km² ein Stromnetz mit einer Länge von über 7.000 km für fast 600.000 Einwohner. In einer so dicht besiedelten Fläche stößt die reine Mehrstrichdarstellung der Smallworld Fachschale Strom an ihre Grenzen, vor allem in Innenstadtbereichen. Eine saubere Dokumentation nebeneinander verlegter Leitungen war nur noch mit Spezialwissen und mit erhöhtem Aufwand möglich. In der komplexen grafischen Darstellung kam es zu Verdrängungen. Die Telekommunikationsleitungen, insbesondere LWL, wurden daher bereits zuvor im Smallworld Rohrmanagement als eigener Trassenplan erfasst.

VORHER: Nicht lagerichtig und unübersichtlich

Zielsetzung

Der Zielformulierung „lagerichtiges Mehrstrichplanwerk Strom“ lagen in erster Linie Wirtschaftlichkeitsüberlegungen zugrunde. Zum einen sollten die Prozesse der Fortführung verbessert und beschleunigt werden, zum Beispiel durch den Verzicht auf eine Vielzahl an Bemaßungen oder den Verzicht auf Mindestabstände zwischen Leitungen, die in der Realität so nicht gegeben ist. Auch die Prozesse in der Vermessung und dem nachfolgenden Datentransfer in das GIS sollten vereinfacht werden. Vor allem aber galt es, sicherzustellen, dass die genauen Messdaten bei der Darstellung im GIS durch Verdrängungseffekte nicht mehr verloren gehen, sodass insgesamt eine Qualitätssteigerung der Netzdokumentation erzielt wird.

NACHHER: Lagerichtig, übersichtlich, aufgeräumt

Gläserner Bürgersteig

Ein weiteres Ziel der Trassenpläne waren bessere Auskunftsmöglichkeiten. Zum einen bei der internen Nutzung, beim Abbilden der GIS-Daten beispielsweise auf Tablets und Smartphones. Zum anderen für externe Bauprojekte oder für Planungszwecke, zum Beispiel im Kanalbereich der Stadt Dortmund. Bei der Ausgabe von Plänen sollte dabei der tatsächliche und lagegenaue Trassenverlauf sichtbar sein, ohne detaillierte Informationen zu einzelnen Kabeln oder Rohren, wie zum Beispiel Bemaßungen.

Letztlich eröffnet die DONETZ mit dem neuen Planwerk auch neue Möglichkeiten für das Unternehmen. Die lagerichtige Mehrstrichdarstellung ist hilfreich bei der weiteren Digitalisierung der Prozesse im Asset Management und im Netzbetrieb sowie bei der Erschließung neuer Möglichkeiten und Themen. Sie ist zum Beispiel eine Voraussetzung für die Abbildung des digitalen Zwillings und für eine BIM-konforme Projektierung. Und auch die Vision des „gläsernen Bürgersteigs“ und des „Baggerfahrers mit Röntgenblick“ rückt damit ein Stück näher.

Internationale Projektdurchführung

Um das Ziele „Strom Trasse – lagerichtiger Mehrstrich“ zu erreichen, hatte die DONETZ ihr Versorgungsgebiet in 62 Teilgebiete aufgeteilt, die sukzessive durch die Mettenmeier GmbH abgearbeitet werden sollten. Aufgrund der Masse an zu transformierenden Netzdaten wurden jedoch zusätzliche Kapazitäten benötigt. An dieser Stelle brachte Mettenmeier seinen Partner AABSyS IT ins Spiel. Das indische Unternehmen war in der Lage, zahlreiche GIS-Fachkräfte bereitzustellen, um auch Aufgaben dieser Größenordnung schnell und effizient erfüllen zu können. Rund um die Datenerfassung in Indien übernahm Mettenmeier die Bereitstellung der GIS-Software und die komplette Projektorganisation, vom Regelwerk über die Vorbereitung und Übergabe der Netzgebiete bis zur Qualitätssicherung und den Abnahmeverfahren mit der DONETZ.

Transformation im großen Stil

Softwareseitig kam das Trassenmodul zur Smallworld Fachschale Strom zum Einsatz. Damit wurden zunächst die neu zu erstellenden Trassenbänder generiert. Die Funktion „Trassenfinder“ erlaubte beispielsweise die automatisierte Zuordnung der vorhandenen Kabel zu den neuen intelligenten Trassen. Mithilfe weiterer Tools erfolgte anschließend die Lageanpassung von Trasse und Kabel anhand der vorhandenen Bemaßungen und Vermessungspunkte. Die größte Projektaufgabe bestand also darin, lagerichtige Trassen- und Kabelverläufe zu konstruieren und die Kabel in die neue Trassenlage „hineinzuschieben“. Auf diese Weise wurden die Trassenflächen gebildet, die sämtliche Kabel enthalten und die sich wahlweise ein- oder ausblenden lassen. Zudem können die Trassenbänder nach Inhalten eingefärbt werden, zum Beispiel getrennt nach Spannungsebene oder Kabeltyp (Strom, Fernmelde). Die Transformation des Netzes wird voraussichtlich für alle 62 Teilgebiete im November 2024 abgeschlossen sein.

Fazit

Die Überführung eines lageverzerrten in ein lagerichtiges Mehrstrichplanwerk ist eine mit einmaligen Projektaufwänden behaftete, aber lohnende Aufgabe. Die damit einhergehende umfangreiche Qualitätssteigerung der Daten (Lagerichtigkeit nach VDE-AR-N 4205) und die starken Vereinfachungen im Mess- und Dokumentationsprozess sorgen für die langfristige Wirtschaftlichkeit. Hinzu kommt die Zukunftsfähigkeit der Netzdokumentation und der netzbezogenen Prozesse insgesamt.

Stadtwerke München – Managed Application NIS

Stadtwerke München – Managed Application NIS

SWM lagern wichtige Services aus und machen sich unabhängiger vom Fachkräftemangel

Stadtwerke München – Managed Application NIS

Paderborn/München, Juni 2024.
Für versorgungskritische Infrastruktur ist der Betrieb eines Netzinformationssystems (NIS) ein wichtiger Stützprozess. Diese Aufgabe unterstützt Mettenmeier bei den Stadtwerken München ganzheitlich für das Smallworld GIS im Rahmen des Auftrags „Managed Application NIS“.

Das Netzinformationssystem ist eine zentrale Säule in der IT-Landschaft der Stadtwerke München. Es basiert auf dem Smallworld GIS und liefert Daten und Funktionen für wesentliche technische Geschäftsprozesse wie Auskunft, Planung und Bau, Dokumentation und Netzbetrieb in den Sparten Gas, Wasser, Fernwärme, Fernkälte sowie Strom und Telekommunikation. Um die pausenlose Verfügbarkeit langfristig sicherzustellen, hat das städtische Versorgungsunternehmen die Verantwortung für das System nun auf breitere Schultern verteilt.

Unterstützung im operativen Betrieb

Seit 2021 sorgt die Mettenmeier GmbH als externer Dienstleister im Rahmen des Applikationsmanagements nun auch ganzheitlich für den reibungslosen Betrieb des Smallworld GIS. Dazu gehören die Wartung des NIS im laufenden operativen Betrieb sowie die Pflege des Systems. Mit der Einführung des agilen Releaseverfahren durch die Stadtwerke München im Jahr 2022 zählt dazu auch die technische Weiterentwicklung aufgrund fachlicher Anforderungen.

Datenbankarbeiten für Profis

Als eines der größten kommunalen Versorgungsunternehmen Deutschlands unterhalten die Stadtwerke München einen entsprechend umfangreichen Datenbestand im Netzinformationssystem. Zur Datenbankpflege gehören daher neben der täglichen Prüfung der Datenbankgrößen und dem Anlegen von Superfiles im Bedarfsfall auch die mehrfach im Jahr ausgeführte Komprimierung ausgewählter Datenbanken.

Unabhängiger vom Fachkräftemangel

Mit dem „Managed-Application-Modell“ geben die Stadtwerke einen großen Teil der unterstützenden Dienste für den Betrieb des NIS in professionelle externe Hände ab. Sie entlasten damit die eigenen personellen Ressourcen. Das bedeutet auf der einen Seite mehr Freiräume für das Kerngeschäft im Netzbetrieb und in der Versorgung. Auf der anderen Seite lösen die Stadtwerke damit die Ressourcenfrage in der GIS-Betreuung.

Die Stadtwerke München und die Mettenmeier GmbH blicken auf eine langjährige Partnerschaft im NIS-Bereich zurück. Seit 2009 ist Mettenmeier als Supportdienstleister für die SWM tätig und hat auch bei der Weiterentwicklung des Netzinformationssystems die eigene Fachschalen-Kompetenz eingebracht. Deutlich länger ist bereits die Zusammenarbeit in der Netzdokumentation. Dazu zählen viele Ersterfassungs- und Fortführungsprojekte, aber auch ein kontinuierlicher GIS-Änderungsdienst. Neben dem tiefen Fachwissen schätzen die Münchner vor allem den Einsatz und das Engagement der beteiligten Mitarbeiter.

Netzgesellschaft Gütersloh erneuert Netzanschlussprozess

Netzgesellschaft Gütersloh erneuert Netzanschlussprozess

AM Servicecenter, envelioConnect und Lovion-Anbindung im Anflug

Netzgesellschaft Gütersloh erneuert Netzanschlussprozess

Paderborn/Gütersloh, Juni 2024.
Die Netzgesellschaft Gütersloh wird in diesem Jahr ihre Systemlandschaft im Bereich der Netzanschlüsse und den begleitenden Prozessen modernisieren. Ein zentrales Element wird dabei das Netzanschlussportal „AM Servicecenter“, das die Mettenmeier GmbH gemeinsam mit dem IT-Partner der Netzgesellschaft Gütersloh, der aov IT.Services GmbH, implementiert. Auch ein Installateurportal auf Basis von AM Servicecenter ist im Rahmen des Projektes geplant.

Parallel zum Netzanschlussportal erfolgt die Einführung der „Intelligent Grid Platform“ von envelio, mit der künftig Netzberechnungen und Netzverträglichkeitsprüfungen durchgeführt werden sollen. Das Ziel ist es, insgesamt einen durchgängigen und nahtlosen Prozess zu schaffen. Zum einen werden dafür die Betriebsmitteldaten aus dem Smallworld GIS mit der Schnittstelle „envelioConnect“ von Mettenmeier bereitgestellt.

Zum anderen ist die Lovion-Integration eine wichtige Anforderung, um den Netzanschluss mit den Betriebsprozessen, welche in Gütersloh mit dem Lovion BIS gesteuert werden, zu verzahnen. Hier kommt die Workflow-Engine von AM Servicecenter zur Geltung, denn die im Netzanschlussportal umgesetzten Prozesse sind damit individuell modellierbar und in bestehende Systemlandschaften integrierbar, zum Beispiel durch eine direkte Anbindung an das Lovion BIS und perspektivisch auch an SAP.

Insgesamt strebt die Netzgesellschaft Gütersloh damit eine hoch integrierte Gesamtlösung an, die maßgeblich durch die Experten von aov und Mettenmeier umgesetzt wird und starke Optimierungen in den Prozessen ermöglicht.

Digitaler Zwilling zum Kanalnetz

Digitaler Zwilling zum Kanalnetz

Mit Sensordaten die Fließvorgänge der Entwässerung simulieren

Digitaler Zwilling zum Kanalnetz

Paderborn, Februar 2024.
Die Mettenmeier GmbH geht den nächsten Schritt in der digitalen Transformation von Ver- und Entsorgungsunternehmen. Als Experte für Geografische Informationssysteme lag der Fokus jahrelang in der zweidimensionalen Abbildung von Netzen. Die Abbildung von Einbauten in Sonderbauwerken über das Innenleben und die Ergänzung von 3D-Geometrien rücken das GIS nun immer weiter in Richtung eines virtuell abbildbaren Raumes. Doch damit nicht genug: Eine weitere Dimension ergibt sich aus der Verknüpfung des virtuellen Netzes mit den Daten von Sensoren und Messeinrichtungen, die in den Netzen verbaut sind. Solche Livedaten sind Teil eines digitalen Zwillings.

Bezogen auf das Kanalnetz können die Fließgeschwindigkeiten von Abwässern, deren aktueller Wasserstand oder auch der aktuelle Durchfluss abgebildet werden. Die Sensoren, die diese Werte messen, können mit dem GIS-Datenmodell logisch verknüpft werden. Damit sich direkt auch ein praktischer Nutzen für die Netzbetreiber ergibt, kann der Betriebszustand von Einbauteilen entweder manuell festgehalten oder auch durch ein logisches Feld abgebildet werden, das mit Live-Daten funktional verknüpft ist. Dazu können Absperrorgane, Schieber oder Pumpen gehören, aber auch Wehranlagen. Konkret hat Mettenmeier dies in der » neuesten Version des Druckentwässerungsmoduls zur Smallworld Fachschale Kanal umgesetzt. Dort können beispielsweise Messwerte und Daten über das Objekt „Messeinrichtung“ bereitgestellt und der Betriebszustand zu abflusswirksamen Einbauteilen abgebildet werden. In der neuen dynamischen Netzwerksverfolgung kann dieser Betriebszustand berücksichtigt werden.

Messeinrichtung im Kanalnetz: Live-Daten zu Fließvorgängen eröffnen neue Möglichkeiten im Asset-Management von Kanalnetzen.

Betriebsstatus von Einbauteilen nutzen

Ein Szenario ist die Nutzung der Daten zum Betriebszustands für eine Simulation möglicher Fließwege zu einem bestimmten Zeitpunkt, zum Beispiel zur Ermittlung möglicher Einleiter zu einer Schadstofffeststellung auf der Kläranlage oder in einem Gewässer. Über das im GIS verfügbare Werkzeug der Netzwerk-Analyse können diese ermittelt werden. Neben dem Betriebszustand werden dabei die Netzwerkstopologie und der Bauzustand ausgewertet. Die Verknüpfung des Betriebsstatus mit den GIS-Daten ermöglicht eine realitätsnahe Simulation möglicher Fließwege im Kanalnetz. Dies ist sowohl für die aktuelle Situation wie auch für eine historische Betrachtung des Betriebszustand möglich, soweit das Netz an sich im Betrachtungszeitraum unverändert ist.

Digitaler Zwilling in der Smallworld Fachschale Kanal und Verknüpfung zum Internet der Dinge (IoT) am Beispiel eines Überlaufbeckens.

Für Starkregenereignisse gewappnet

Sensoren sind heute deutlich preisgünstiger erhältlich als vor einigen Jahren und werden vermehrt in vielen Betriebsmitteln verbaut. Ein wichtiger Anwendungsfall, der im Kontext des Klimawandels an Bedeutung gewinnt, ist die Früherkennung von Flutwellen durch Starkregen. Dabei kann das Kanalnetz ein wichtiger Indikator sein. Denkbar wäre hier die Anbringung von Sensoren in den Schächten des Kanalnetzes, um damit stark ansteigendes Wasser zu erkennen und Anwohner zu informieren. Die Berechnung und Simulation der Abflüsse im Kanalnetz wird mit einer leistungsfähigen » Schnittstelle zum Programm HYSTEM-EXTRAN unterstützt, welche in der aktuellen Version 5.3 R2 bereits erste Funktionen zur automatischen Ableitung des Rechennetzes aus dem Bestandsnetz unterstützt.

Mit Smallworld-Lösungen zum digitalen Zwilling des Kanalnetzes

Entwässerungssysteme als vollständiges Netzmodell im GIS abzubilden und dabei Zustandsdaten und Messwerte intelligent für Planungs- und Betriebsprozesse zu nutzen, sind die Ziele eines Kanalinformationssystems. Mit dem Produktportfolio rund um das Smallworld GIS und die Fachschale Kanal ebnen Abwassernetzbetreiber den Weg zu mehr Datenqualität, Prozessunterstützung und letztlich auch zum echten digitalen Zwilling des Kanalnetzes im GIS.

Digitaler Zwilling zum Kanalnetz im Webinar

Im Webinar am 14. November 2023 hat die Mettenmeier GmbH eine Reihe zukunftsorientierter Themen rund um die Tools und Schnittstellen zur Smallworld Fachschale Kanal vorgestellt. Im Fokus standen konkrete Lösungsansätze, um die Realweltobjekte des Kanalnetzes mit Stammdaten, 3D-Geometrien, Zustandsdaten und Innenleben im digitalen Raum abzubilden und Live-Daten aus der Hydraulik im Kontext des Smallworld GIS zu ergänzen.

LINZ AG: Erfolgsfaktor GIS-Auskunft

LINZ AG: Erfolgsfaktor GIS-Auskunft

Case Study: LINZ AG

Erfolgsfaktor GIS-Auskunft

Linz/Paderborn, Februar 2024.
Die LINZ AG ermöglicht ihren Mitarbeitern mit dem MGC den Zugriff auf die kompletten Rohrnetzpläne – per Web-GIS im Büro oder mobil mit dem Smartphone. Im Fokus steht die einfache Nutzung der Betriebsmitteldaten durch die Fachabteilungen.

Mit seinen 200.000 Einwohnern erstreckt sich die oberösterreichische Landeshauptstadt Linz entlang der Donau, die hier etwa 200 Meter breit ist und die Innenstadt in zwei Teile teilt. Das Netz der LINZ AG reicht jedoch weit über die Stadtgrenzen hinaus und umfasst große Gebiete Oberösterreichs. Dementsprechend steckt das GIS der LINZ AG voll mit Informationen: mehrere Tausend Kilometer Ver- und Entsorgungsleitungen mit Zehntausenden Objekten und deren Vielzahl von Attributen. Um diese Datenmengen problemlos abzubilden, kommt das Smallworld GIS mit seiner hoch performanten objektorientierten Datenbank zum Einsatz. Hinzu kommen diverse Basiskarten wie die österreichische Basemap, Open Street Map, Orthofotos mit bis zu 5 cm Bodenauflösung und die eigenen Naturbestandsvermessungen.

Den Nutzen von GIS-Daten entfalten

Als Expertensystem wird das Smallworld von speziell ausgebildeten Fachkräften bedient. Für die Nutzung durch einen großen, unternehmensweiten Anwenderkreis ist das GIS jedoch nicht vorgesehen. Hier sind einfache Auskunftslösungen wie der MGC gefragt. Dieser ergänzt das bislang eingesetzte Auskunftssystem NIS View um eine Web-Lösung und ersetzt es bereits teilweise. Mit dem Web-GIS MGC navigiert der Anwender komfortabel durch das Netzgebiet und kann die vielen verschiedenen Pläne, Ansichten und Daten im GIS schnell und einfach in einem Web-Browser abfragen.

MGC hatte sich zuvor als Offline-Lösung bewährt

Das Smallworld GIS mit allen relevanten Inhalten verfügbar zu machen, war bereits eine Anforderung in einem Vorgängerprojekt, das 2018 im Wasserbereich gestartet wurde. Die LINZ AG hat dabei die Offline-Variante des MGC als GIS-Auskunftskomponente zu dem eingesetzten Betriebsführungssystem sehr erfolgreich bei den mobilen Monteuren im Wasserbereich ausgerollt. Diese nutzen den MGC seither bei der Inspektion des Rohrnetzes als GIS-Karte auf ihren Notebooks, um damit alle Betriebsmittel und deren Wartungsprotokolle der letzten Jahre zu beauskunften.

Wir konnten viele Kollegen mit MGC Touch begeistern und auch neue Anwender hinzugewinnen.

Manfred Mayer
MANAGEMENTSERVICE LINZ GmbH

MGC Touch – GIS in der Jackentasche

2023 kam der MGC erstmalig als Webanwendung und als Smartphone-App „MGC Touch“ zum Einsatz und konnte auf Anhieb überzeugen. „Wir haben zunächst die Meister im Rohrnetzbereich mit einem Prototyp der App ausgestattet und konnten dadurch Begeisterung hervorrufen“, berichtet Manfred Mayer vom Managementservice der LINZ AG. Allein im Kanalbereich sollen 80 Anwender hinzukommen, die bislang noch die Offline-Variante der GIS-Auskunft auf ihren Notebooks nutzen. Und auch die Bereichsverantwortlichen schätzen die schlanke GIS-Auskunftslösung, die in jede Jackentasche passt.

Als App steht MGC Touch dabei sowohl für Android- als auch für iOS-Geräte zur Verfügung und kann wahlweise aus dem Playstore oder dem App Store geladen werden. Die Anwendung unterstützt damit den jeweiligen Gerätetyp optimal und passt sich „responsive“ an die Bildschirmgröße an. Damit sind alle Karten und relevanten Netzdaten schnell im Zugriff. Mit einfachen Fingergesten navigieren die Anwender und nutzen Funktionen wie Themensteuerung, Objektinformationen oder die Volltextsuche. Sehr hilfreich sind im täglichen Einsatz auch die Grundstücksabfrage, der aktuelle GPS-Standort oder der Sprung nach Google Maps, um zum Beispiel eine Routenplanung starten.

Über 2.000 km Gasnetz, 1.765 km Kanalnetz, 1.249 km Wassernetz und ca. 380 km Fernwärmenetz der LINZ AG werden mittlerweile täglich mit dem Smallworld GIS synchronisiert und sind auf diese Weise per Smartphone oder Tablet mit MGC Touch abrufbar.

Stadtentwässerung Düsseldorf: Qualität in den Kanalnetzdaten

Stadtentwässerung Düsseldorf: Qualität in den Kanalnetzdaten

Case Study: Stadtentwässerungsbetrieb Düsseldorf

Qualität in den Kanalnetzdaten

Düsseldorf/Paderborn, Januar 2024.
Der Stadtentwässerungsbetrieb Düsseldorf sorgt im Smallworld GIS für regelwerkskonforme Datenqualität nach DWA-M 145-2 und ergänzt wichtige Fachdaten, um diese künftig in Netzberechnungen für den Generalentwässerungsplan zu nutzen.

Über 600.000 Einwohner sind an das 1.550 km lange Kanalnetz der Stadt Düsseldorf angeschlossen, das seit über 150 Jahren existiert. Die ältesten gemauerten Kanäle in Düsseldorf stammen aus dem Jahr 1874. Mit ihren Rundbögen aus Backstein sind Teile des historischen Kanalnetzes heute noch in Betrieb. Hinzu kommen die modernen Kanalabschnitte mit Kunststoffauskleidung, die chemisch-biologischen Kläranlagen und zahlreiche Sonderbauwerke wie Pumpstationen, Regenbecken, Stauraumkanäle und Einleitungsbauwerke, die für ein funktionierendes Abwassersystem der Großstadt sorgen.

Datenaufbereitung für Kanalnetzberechnungen

Aktuell ist die Ausschreibung eines neuen Generalentwässerungsplans für Düsseldorf in Vorbereitung. Dieser hat unter anderem zum Ziel, die Maßnahmen der nächsten Jahre zu erarbeiten, bei denen eine Kanalsanierung erforderlich wird. Dafür sollen hydraulische Berechnungen mit der Software HYSTEM-EXTRAN durchgeführt werden. Die vorbereitenden Arbeiten betreffen daher vor allem die Datenbasis aus der Bestandsdokumentation, die in der Smallworld Fachschale Kanal erfolgt. Aktuell werden die Grundlagen des Kanalnetzes an vielen Stellen neu ermittelt und im GIS erfasst.

Das Kanalnetz mit seinen Sonderbauwerken wird in der Fachschale Kanal inkl. wichtiger Fachdaten dokumentiert, hier: Pumperk mit Leistungsparametern.

Ziel ist es, das Netz so aufzubereiten, dass es über den HYSTEM-EXTRAN Connector als rechenfähiges Modell ausgespielt werden kann. Dazu sollen in Düsseldorf künftig zum Beispiel auch die Sonderbauwerke mit den Kindobjekten und technischen Einrichtungen detailliert im GIS dokumentiert werden. Auf Initiative des Stadtentwässerungsbetriebs wurde die Smallworld Fachschale Kanal in diesem Bereich um neue Objektklassen und Felder erweitert.

Die Pflege der Daten im GIS hat aktuell hohe Priorität.

Kerstin Koenig, Stadt Düsseldorf

Dazu gehören technische Objekte der Sonderbauwerksinnenleben wie Lüfter, Motoren oder Netzersatzanlagen, aber auch hydraulisch relevante Objekte wie Pumpen mit deren Leistungswerten (Nennförderstrom). Bislang sind diese detaillierten Fach- und Funktionsdaten nur unvollständig im GIS abgelegt und müssen für die Nutzung in HYSTEM-EXTRAN in verschiedenen Quellen recherchiert werden. „Die Pflege der Daten im GIS hat aktuell hohe Priorität und in Zukunft sollen die Arbeiten mit dem HYSTEM-EXTRAN Connector vereinfacht werden“, erklärt Kerstin Koenig vom Sachgebiet Generalentwässerungsplanung und hebt die Vorteile der Schnittstelle hervor: „Dass wir für künftige Vorhaben die aktuelle Kanaldatenbank aus dem Smallworld GIS für Berechnungen in HYSTEM-EXTRAN überführen können, ist für uns eine riesige Erleichterung.“

Derzeit laufen noch die Grundlagenermittlungen und danach sind erste Schnittstellenläufe geplant, um die GIS und Netzdaten Kanaldaten mithilfe des Connectors in die Berechnungswelt von HYSTEM-EXTRAN zu überführen. Auch die Einbindung von Flächendaten zur Abbildung eines getrennten Gebührenmaßstabs zur differenzierten Berechnung von Schmutz- und Niederschlagswasser in den Export des HYSTEM-EXTRAN Connectors wird aktuell geprüft. Diese Daten werden in Düsseldorf in einem separaten Smallworld-Modul gehalten. Sobald alles reibungslos läuft, sollen die Berechnungsergebnisse künftig auch in die Fachschale Kanal zurückgespielt werden, zum Beispiel das Überflutungsvolumen der Schächte.

Datenqualität ist das A und O

Netzdaten von ausreichend hoher Qualität sind unverzichtbar für die hydraulische Kanalnetzberechnung, aber auch für andere Einsatzzwecke wie die Planauskunft. Der Stadtentwässerungsbetrieb Düsseldorf nutzt in der Fachschale Kanal daher seit 2022 auch das Modul Qualitätssicherung nach DWA-M 145-2. Es unterstützt die Bestandsdokumentation bei der systematischen Feststellung und Korrektur von Abweichungen im Datenbestand. Eine besondere Stärke ist dabei, dass zu ausgewählten Prüfungen wie zum Beispiel der Prüfung von Deckelhöhen Autokorrekturfunktionen zur Verfügung stehen. Dazu kann ein gültiger Wertebereich definiert werden und die tatsächlichen Höhen aus einem digitalen Geländemodell genutzt werden. Durch eine Mehrfachselektion von Objekten kann die Autokorrektur auch auf Massendaten ausgeführt werden.

Das Kanalinformationssystem des Stadtentwässerungsbetriebs Düsseldorf

  • Smallworld GIS und Fachschale Kanal
  • Modul Druckentwässerungssysteme
  • Modul Qualitätssicherung nach DWA-M 145-2
  • HYSTEM-EXTRAN Connector
  • DWA-M-150-Schnittstelle
  • Untersuchungsgrafik+
  • Operation Analyser Kanal