Leitungsauskunft für Delmenhorst

Leitungsauskunft für Delmenhorst

MGC Planauskunft im Einsatz bei den Stadtwerken Delmenhorst

Leitungsauskunft für Delmenhorst

Delmenhorst/Paderborn, Januar 2024.
Die Stadtwerke Delmenhorst bieten einen Self-Service für die Leitungspläne, um Schäden an der Infrastruktur bei Grabungsarbeiten zu vermeiden. Durch das Online-Portal “MGC Planauskunft” werden immer aktuelle GIS-Daten bereitgestellt und damit die wichtigen Ressourcen der Fachkräften geschont.

MGC Planauskunft auf Basis von QGIS

Planauskünfte bedeuten für Netzbetreiber vor allem eine Versicherung zum Schutz der Infrastruktur. Sie müssen genau, aktuell und verlässlich sein, denn nicht allzu selten werden bei Tiefbauarbeiten Leitungen beschädigt. Mit entsprechender Vorsicht sind die Stadtwerke Delmenhorst daher 2022 in das Projekt zur Einführung eines automatischen Auskunftsprozesses mit der MGC Planauskunft von Mettenmeier gestartet. Zunächst wurde dafür die Datengrundlage im eingesetzten Geoinformationssystem norGIS überprüft. Dort dokumentieren die Stadtwerke Delmenhorst alle stadteigenen Netze: Gas, Wasser, Kanal, Beleuchtung und LWL.

Anschließend galt es, die Planinhalte für webbasierte, externe Anfragen aufzubereiten und an einen QGIS-Server zu übertragen. Dafür hat Mettenmeier ein optimiertes Datenbankmodell erstellt, das nur die relevanten GIS-Daten für die Planauskunft verwaltet. Die Übertragung von Karten und Objektdaten erfolgt dabei über die speziellen Web-Formate WMS und WFS und die Generierung der hochwertigen Karten über den QGIS Print-Service.

In der Karte wählen Externe den gewünschten Bereich in Delmenhorst aus und erhalten am Ende der Klickstrecke die Leitungspläne getrennt nach Sparten, hier: Gas, Wasser, Kanal, Beleuchtung und LWL.

Vereinfachung für alle Beteiligten

Für die auskunftssuchenden Baufirmen oder Privatleute ist der Prozess denkbar einfach: Nach der Registrierung wird im Portal die Maßnahme erfasst und dafür eine Stadtkarte angezeigt. Die Anwender navigieren darin zur gewünschten Stelle, zum Beispiel über Zoomen und Verschieben der Karte, aber auch über die Suche nach Flurstücken oder Straßen. Die entsprechenden Verzeichnisse von Delmenhorst sind hinterlegt. Am Ende des Auskunftsprozesses erfolgt die Generierung der GIS-Pläne aus den Bild- und Geometriedaten zusammen mit den Objektinformationen und den Bemaßungen sowie die Bereitstellung der Karten im PDF-Format, getrennt nach Sparten, in zwei wählbaren Maßstäben. Mitgeltende Dokumente wie die Leitungsschutzanweisung, die Nutzungsvereinbarung, ein Freizeichnungsvermerk und ein automatisch generiertes Begleitschreiben vervollständigen die bereitgestellten digitalen Auskunftsunterlagen.

Der Anteil manueller Auskünfte liegt mittlerweile bei unter 10 %.

Teja Manskopf, Stadtwerke Delmenhorst

Dass die MGC Planauskunft eine maximale Automatisierung des Prozesses bietet, wird in Delmenhorst vor allem vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels geschätzt: „Früher waren zwei Personen mit der Beantwortung von Planauskunftsanfragen beschäftigt, heute ist es nur noch eine halbe Kraft“, erklärt Teja Manskopf, der bei den Stadtwerken die Planung, den Netzbau und die GIS-Dokumentation in Personalunion verantwortet. „Der Anteil der manuellen Auskünfte liegt mittlerweile bei unter 10 %.“ Diese Fälle treten in Gebieten auf, wo keine aktuellen GIS-Daten vorliegen, zum Beispiel bei der Verlegung von Hausanschlüssen. Hier stoppt eine Sperrfläche, die im GIS über das Gebiet gelegt wird, den automatischen Planauskunftsprozess. „Sehr zufrieden sind wir auch mit dem stabilen Betrieb der Anwendung und dem geringen Administrationsaufwand, der sich pro Jahr auf wenige Tage beschränkt“, resümiert Teja Manskopf abschließend.

MGC Planauskunft – Leitungspläne online per Self-Service

Die MGC Planauskunft erledigt für Netzbetreiber die Erteilung von Auskünften an registrierte Vertragspartner, Bürger oder auch interne Mitarbeiter. Schrittweise und selbsterklärend bis hin zur PDF-Generierung leitet die Browser-Anwendung durch den Auskunftsprozess – rechtssicher und konform zum Sicherheitsmanagement nach TSM. Dank integrierter Prozess-Engine können wir Ihre individuellen Abläufe im Auskunftsprozess schnell und einfach umsetzen. Neben dem Smallworld GIS und Hexagon Networks läuft die MGC Planauskunft bei vielen Kunden auch auf dem Open Source-System QGIS.

ELW Wiesbaden: Smallworld – Runderneuert

ELW Wiesbaden: Smallworld – Runderneuert

Smallworld GIS 5.3 – ELW Wiesbaden als Vorreiter

Smallworld – Runderneuert

Wiesbaden/Paderborn, Dezember 2023.
Die Entsorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden haben ihr Kanalnetzinformationssystem für die digitale Zukunft aufgestellt. Highlights sind die GIS-Version 5.3, der HYSTEM-EXTRAN Connector, das Modul Qualitätssicherung nach DWA-M 145-2 und das MGC-Warehouse als WMS-Server.

Die ELW startete 2023 mit dem neusten GIS-Release. Als einer der ersten Anwender der Smallworld-Version 5.3 profitierten sie damit von den Neuerungen der Weiterentwicklung im GIS und in der Fachschale Kanal, die im Zentrum des Kanalnetzinformationssystems steht.
Um die Fachschale Kanal herum nutzt die ELW viele hilfreiche Zusatzprodukte wie zum Beispiel das Modul Druckentwässerungssysteme, das Modul Bedarfsplanung für die Sanierungsplanung, die M-150-Schnittstelle, aber auch Smallworld Thematic Mapping für räumliche Analysen. Und auch die Aktualisierung der Datengrundlage hat die ELW im Visier. So wurden im Zuge des Upgrades neue ALKIS-Daten zur Aktualisierung des Katasterhintergrundes eingelesen. Im Rahmen des Upgrade-Projektes hat die ELW zudem zwei neue Kanalprodukte eingeführt: das Modul „Qualitätssicherung nach DWA-M 149-2“ und den HYSTEM-EXTRAN Connector.

In der Kartenübersicht deuten farbige Fehlermeldungen und Warnmeldungen auf mögliche Probleme hin und können mit dem Smallworld Quality Manager komfortabel behoben werden.

Im Modul Qualitätssicherung nach DWA-M 145-2 sind verschiedene Prüfungen hinterlegt, zu denen Kriterien festgelegt werden können, zum Beispiel ein gültiger Wertebereiche für die Deckel- und Sohlhöhen.

Qualitätssicherung nach DWA-M 145-2 – Paradebeispiel für praxisorientierte Entwicklung

Auch in Sachen Qualitätssicherung nach DWA-M 145-2 hat die ELW eine Vorreiterrolle übernommen und hebt das Datenniveau des Kanalnetzes auf eine neue Ebene. Das eingesetzte Modul nutzt die komfortablen Funktionen des Smallworld Quality Managers und stellt eine Auswahl der wichtigsten Qualitätsprüfungen bereit, die im DWA-Regelwerk aufgeführt sind. Dazu gehören zum Beispiel „Fließrichtungswechsel“, „Deckel- und Sohlhöhen im Wertebereich“ oder „Inspektionslängen“. Weitere Qualitätsprüfungen nach M-145-2 hat Mettenmeier im Rahmen des Projektes auf Wunsch der ELW neu realisiert. Enthalten sind die Prüfungen „Deckel und Bauwerkshauptpunkt identisch“, „doppelte Anschlüsse“, „Rohr-/Haltungsgefälle“ und „Entwässerungsverfahren“. Diese stehen mittlerweile allen Anwendern des Moduls optional zur Verfügung. Eine Möglichkeit zur Automatisierung von Qualitätsprüfung bietet das Modul zudem im Zusammenspiel mit der Projektverwaltung des Smallworld GIS.

Eine weitere wichtige aktuelle Anforderung der ELW an die Datenqualität ergibt sich aus der hydraulischen Kanalnetzberechnung und der Bereitstellung eines rechenfähigen Netzes. Hier ist es von Vorteil, dass durch die einfache Benutzeroberfläche des Moduls auch Mitarbeiter in den Prozess der Qualitätssicherung eingebunden werden können, die bislang nicht intensiv mit dem GIS arbeiten. Ein Beispiel ist der Bereich der Hydraulik und dort insbesondere die Prüfung und Bewertung von Datensituationen.

Mit Smallworld 5.3 haben wir viele Neuerungen im GIS umgesetzt.

Thomas Majewski, ELW

Das Kanalnetz der ELW – Fast 280.000 Einwohner sind in Wiesbaden an das Kanalnetz anschgeschlossen. Mit einer Gesamtlänge von 802 km und 103 Sonderbauwerken ist die ELW zuständig für die Kanalreinigung, die Kanalinspektion, die Sanierung und Schachtreparatur und den Kanalbau.

HYSTEM-EXTRAN Connector

Mit HYSTEM-EXTRAN führt die ELW selbständig Netzberechnungen durch. Für den Datenaustausch mit dem GIS ist der performante HYSTEM-EXTRAN Connector vorgesehen. Neue Möglichkeiten der Version 5.3 der Fachschale Kanal wie die Dokumentation von Teilerneuerungen in Haltungen ohne trennende Knoten erleichtern dabei die Abbildung eines rechenfähigen Netzes in der Bestandsdokumentation. Dabei ist die Datenqualität wichtige Voraussetzung für die Netzberechnung. In diesem Kontext haben sich zusätzliche Anforderungen an den Connector ergeben, wie zum Beispiel „Rückstausichere Abdeckungen“, „Verbindung Haltung auf Haltung“ und „Abmauerungen“. Auch hier liefen die Projektarbeiten bei der ELW Hand in Hand mit der Weiterentwicklung des Produktes. Die Einbindung vorliegender Flächendaten zum getrennten Gebührenmaßstab im GIS in den Connector ist eine Aufgabe, die aktuell noch als Projektarbeit zu lösen ist.

MGC Warehouse für offene GIS-Daten

Ein weiterer Meilenstein bei der Runderneuerung der GIS-Landschaft ist die Einführung des MGC Warehouse als WMS-Server. Dadurch öffnet die ELW das Smallworld GIS für die Nutzung der Daten im Intranet, in externen Programmen oder Web-Anwendungen. Die Kanalnetzdaten stehen damit als WMS-Dienst für andere Abteilungen der ELW und der Stadt Wiesbaden zur Verfügung. Konkret geplant ist zum Beispiel die Nutzung im Umweltamt Wiesbaden, das die Kontrolle der Indirekteinleiter und der Schadstoffeinleiter verantwortet. Wurden die Daten in der Vergangenheit manuell im Shape-Format ausgetauscht, kann der Zugriff auf die aktuellen Kanalnetzdaten künftig direkt durch die Systeme erfolgen. Auch die Stadtwerke in Wiesbaden erhalten einen Zugriff und können die Kanaldaten als Dienst im eigenen Smallworld-System darstellen.

Smallworld 5 – Digitaler Zwilling für Kanalnetze

Das Smallworld GIS hat mit der Version 5 einen großen technologischen Schritt gemacht. Neben der Unterstützung aktuellster Betriebssysteme und PC-Hardware sind es vor allem die modernen Benutzeroberflächen und eine deutlich schnellere Darstellung der Karte, mit denen die Arbeit spürbar leichter von der Hand geht. In der Fachschale Kanal bildet die Umstellung vom 2,5D- auf das 3D-Geometriemodell die Basis zur Nutzung der Daten in zukunftsweisenden Anwendungen der erweiterten Realität (AR – Augmented Reality). Zusammen mit der Möglichkeit, das Innenleben zu Sonderbauwerken in der aktuellen Version des Moduls Druckentwässerungssysteme zu dokumentieren ist dies ein wesentlicher Schritt in Richtung digitaler Zwilling zum Kanalnetz.

Stadtwerke Walldürn auf der Höhe der Zeit

Stadtwerke Walldürn auf der Höhe der Zeit

Neues Digitales Geländemodell für die Höhenangabe von Gas-Hausanschlüssen

Stadtwerke Walldürn auf Höhe der Zeit

Walldürn/Paderborn, November 2023.
Ein neues digitales Geländemodell im Smallworld GIS ist bei den Stadtwerken Walldürn die Basis zur Bestimmung der geographischen Höhe von Gas-Hausanschlüssen. Bei der Gasabrechnung ist diese Höhenangabe ab 2024 eine Pflichtgröße nach DVGW G 685.

Ein digitales Geländemodell (DGM) reichert die GIS-Daten um Höhendaten an. Diese können für Aufgabenstellungen genutzt werden, die sich im Tagesgeschäft, aus Regelwerken oder auch aus dem Klimawandel ergeben. In diesem Zusammenhang hatten die Stadtwerke Walldürn, so wie alle anderen Gasnetzbetreiber, das DVGW-Arbeitsblatt G 685 „Gasabrechnung“ im Visier. Dieses fordert die Ermittlung und Dokumentation von Höhen für die bestehenden Anschlüsse und deren Bereitstellung im Abrechnungssystem.

Im Smallworld GIS gehört die Anzeige eines DGM zum Standard. Das System verwendet dazu den TIN-Geometrietyp, um ein Oberflächenmodell aus einem Satz von Punkten mit Z-Höhe zu erstellen. Dabei können selbst DGM mit >100 Millionen Punkten problemlos genutzt werden.

Ausgangspunkt waren flächendeckende DGM-Daten, die vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg in hervorragender Qualität geliefert wurden. Aufgrund der hohen Punktdichte mit einem Rasterabstand von einem Meter konnten damit sehr genaue Höhendaten in das GIS übernommen werden. In der Smallworld Fachschale Gas bieten die Objektklassen „GAS Anschluss“ und „GAS Messlokation“ entsprechende Attributfelder für die Höhe.

Unterstützung liefert auch eine spezielle Funktion zur Übernahme der Daten aus einem DGM. Auf dieser Basis hat die Mettenmeier GmbH im Jahr 2023 im Auftrag der Stadtwerke Walldürn das hochauflösende DGM für die gesamte Fläche des Netzgebietes im GIS erstellt. Dabei kam ein spezielles Verfahren zum Datenimport und zur Optimierung der Visualisierung für alle Maßstabsbereiche auf Basis des Produktstandards des Smallworld GIS zum Einsatz.

Mettenmeier hat im Projekt exzellente Arbeit geleistet.

Rudolf Hußlein, Geschäftsführer der Stadtwerke Walldürn

Teil der Dienstleistung war auch die skriptbasierte Ermittlung der DGM-Höhe für alle bestehenden Gas-Hausanschlüsse und die Befüllung des Attributes, die auch künftig bei der Neuerfassung und Fortführung automatisiert abgeleitet wird. Mettenmeier hat diese Einführung beratend begleitet und mit einer Schulung die Stadtwerke Walldürn in die Lage versetzt, nun eigene Visualisierungen zu erstellen und Höhen an beliebigen Punkten im Netzgebiet zu ermitteln. Die Erweiterung des Daten- und Funktionsmodells nach Regelwerk G 685 ist in der Smallworld Fachschale Gas ab Version GIS 5.3 standardmäßig enthalten. Für die Version 5.2 bietet Mettenmeier das Downgrade-Paket G 685 an.

Mettenmeier-Service für Ihr digitales Geländemodell im GIS

Mettenmeier unterstützt Netzbetreiber, um effizient zu einem flächendeckenden und hochauflösenden Geländemodell zu gelangen. Wir erstellen performance-optimierte Höhenkarten für das Ver- oder Entsorgungsgebiet und nutzen dafür die speziellen Geometriefelder, die zur Abbildung eines DGM im Smallworld GIS bereits standardmäßig zur Verfügung stehen.

Stadt Hofgeismar: Netzdaten auf Stand gebracht

Stadt Hofgeismar: Netzdaten auf Stand gebracht

Stadt Hofgeismar

Netzdaten auf Stand gebracht

Paderborn, Oktober 2023.
Die Stadt Hofgeismar hat die GIS-Daten ihres Wassernetzes durch Mettenmeier aktualisieren lassen und die Basis für eine dauerhafte Datenfortführung geschaffen.

Die „Dornröschenstadt“ Hofgeismar in Nordhessen liegt an der Deutschen Märchenstraße und im Naturpark Reinhardswald. Vor den Toren von Kassel betreibt die Stadt ihre Wasserversorgungsanlagen als öffentliche Einrichtung mit ca. 200 km Leitungen, Pumpwerken, Hochbehältern, Druck­erhöhungsanlagen sowie Wassergewinnungs- und -aufbereitungsanlagen. Hinzu kommen etwa 6.000 Hausanschlüsse. Dieses Leitungsnetz muss mit seinen einzelnen Betriebsmittel gemäß der DVGW-Normen GW 118 und GW 120 in einem GIS dokumentiert werden und sowohl intern als auch extern auskunftsfähig sein. Die Verantwortlichen der Stadt haben sich daher entschieden, die gesamten Netzdaten auf Stand bringen zu lassen und in ein digitales Format zu überführen, das dauerhaft fortführungsfähig ist. Den Zuschlag für das Projekt erhielt 2022 die Mettenmeier GmbH im Rahmen eines förmlichen Ausschreibungsverfahrens.

Das Projektteam: Dirk Lindemann, Bauamtsleiter der Stadt Hofgeismar (Mitte) mit Projektleiterin Birgitta Wolf und Kundenberater Jürgen Rehrmann

Homogenes und aktuelles Planwerk im Visier

Auf der einen Seite galt es, die Datenlandschaft aufzuräumen, berichtet Bauamtsleiter Dirk Lindemann: „Wir wollten unsere Rohrnetzpläne einmalig homogenisieren und zu einem aktuellen Stand mit einheitlicher Symbolik konsolidieren lassen.“ Bislang lagen die Daten in Hofgeismar in verteilten Strukturen und heterogenen Formaten vor. Sie bestanden aus einem Mix aus alten Shape-Dateien, einer Geodatabase aus dem Jahr 2014 sowie neuen Shape-Dateien. Die Abbildung erfolgte im eingesetzten System Geomedia, entsprach aber teilweise nicht den aktuellen Richtlinien. Auf der anderen Seite gab es Aufholbedarf in Sachen Datenaktualität durch die Erweiterungen und Erneuerungen des Trinkwassernetzes der vergangenen Jahre. Für größere Maßnahmen, welche in Zusammenarbeit mit Ingenieurbüros erfolgt waren, mussten DXF-Daten in den Bestandsplan übernommen werden. Für kleinere Maßnahmen, wie die Erneuerung von Hausanschlüssen, gab es Handskizzen, die in das Gesamtwerk eingearbeitet werden mussten. „Die Erwartung war, dass Mettenmeier uns als Vertragspartner die digitalen Netzdaten bearbeitungsfähig im Vektorformat und georeferenziert zur Verfügung stellt, um diese leicht zu visualisieren und künftig flexibel nutzen zu können“, formuliert Dirk Lindemann die Projektziele.

Wir wollten unsere Rohrnetzpläne einmalig homogenisieren und zu einem aktuellen Stand mit einheitlicher Symbolik konsolidieren lassen.

Dirk Lindemann, Bauamtsleiter

Datenerfassung mit Standardsoftware

Mit diesen Zielsetzungen machten sich die Fachexperten der Mettenmeier GmbH an die Arbeit und bildeten das Leitungsnetz sukzessive im System ab. Zum Einsatz kam das Smallworld GIS mit der Fachschale NRM Wasser, die von Mettenmeier seit Mitte der 1990er Jahre selbst entwickelt wird. Sie ist heute ein international eingesetzter und ausgereifter Standard zur Dokumentation von Wassernetzen in allen Facetten und erfüllt alle gängigen Normen der Branche. Zudem entwickelt Mettenmeier spezielle Tools, um die Erfassung und Fortführung von komplexen GIS-Daten zu vereinfachen.

Das Erfassungsteam um Projektleiterin Birgitta Wolf hat dort die vorhandenen Datengrundlagen zusammengeführt: „Wir haben sämtliche Daten nach alten Plänen neu konstruiert und auch die Handskizzen und DXF-Daten eingearbeitet. Bis Herbst 2023 hatten wir das komplette Netz digital und regelkonform erfasst und den Bestandsplan vollumfänglich fertig gestellt.“ Im ersten Schritt wurden die Pläne als georeferenzierte Vektordateien mit der gewünschten Symbolik übergeben, um zunächst die Beauskunftung der Netzdaten im System Geomedia sicher zu stellen. Der nächste Schritt ist nun die Fertigstellung eines Übersichtsplanwerks gemäß gesetzlichen Anforderungen auf Grundlage der Daten des Bestandsplanes.

Outsourcing von GIS und Netzdatenpflege

Mettenmeier bietet schlüsselfertige Lösungen für Netzbetreiber, die Ihre GIS-Anwendungen nicht eigenem Personal oder eigenen IT-Ressourcen betreiben und pflegen möchten. Wir hosten Ihre Systeme, übernehmen die Administration und bieten die Datenpflege in allen Bereichen der Netzdokumentation – von der Datenfortführung bis zur Auslagerung weiterer Services wie die Vermessung, die Datenaufbereitung und die Bereitstellung von Planauskunftssystemen.
Ihre Optionen

Im alten Planwerk (links) lagen die Daten in einer heterogenen und unstrukturierten Form vor. Das Ergebnis (rechts) zeigt die konsolidierte und regelkonforme Dokumentation des Rohrnetzplans in der Smallworld Fachschale Wasser.

envelioConnect: DONETZ setzt Schnittstellezwischen Smallworld GIS und envelio IGP ein

envelioConnect: DONETZ setzt Schnittstellezwischen Smallworld GIS und envelio IGP ein

Netzausbau für die Wärmewende

envelioConnect: DONETZ setzt Schnittstelle zwischen Smallworld GIS und envelio IGP ein

Dortmund/Paderborn/Köln, September 2023.
Die Dortmunder Netzgesellschaft setzt für Anschlussprüfungen und Netzstudien die Intelligent Grid Platform von envelio ein und nutzt dafür aktuelle GIS-Daten. Auf dieser Basis erfolgt die Zielnetzplanung für die nächsten Jahre.

Vorausschauende Planung durch Netzstudien

Ob die Netzkapazitäten langfristig ausreichen und an welchen Stellen die Netze ausgebaut oder punktuell verstärkt werden müssen, ermitteln die Fachleute der DONETZ seit 2022 großflächig mit Hilfe der Intelligent Grid Platform von envelio. „Auf Basis der bestehenden Netze berechnen wir langfristige Szenarien und erstellen Netzstudien über alle Netzebenen hinweg, vom Umspannwerk bis zum Hausanschluss“, erklärt Malte Engelhardt, Referent Asset Management bei der städtischen Muttergesellschaft DEW21. Ein weiteres Fokusthema ist die automatisierte Anschlussprüfung bis auf die Niederspannungsebene herunter. So plant die DONETZ mit der IGP auch vollumfänglich die Netzanschlussanfragen für Erzeugungsanlagen und Verbrauchseinrichtungen zu bearbeiten. Im Fokus steht dabei die Berechnung und Validierung der Netzverträglichkeit etwa von PV, Ladeinfrastruktur und auch Wärmepumpen. Gerade die Berechnungsmöglichkeit von Niederspannungsnetzen und deren Visualisierung ist dabei eine Stärke der IGP.

Auf Basis der bestehenden Netze berechnen wir langfristige Szenarien und erstellen Netzstudien über alle Netzebenen hinweg, vom Umspannwerk bis zum Hausanschluss.

Malte Engelhardt, DEW 21

GIS liefert rechenfähiges Modell für das Niederspannungsnetz

Im Bereich der Netzdokumentation kommt in Dortmund das Smallworld GIS zum Einsatz. Hier werden die Netze in allen Facetten realweltkonform abgebildet, vom Übersichtsplan über die Schemapläne bis hin zum detaillierten Bestandsplan auf Mittel- und Niederspannungsebene. Diese Informationen auch für das Asset-Management nutzbar zu machen, ist eines der Projektziele bei der Kopplung von envelio IGP und Smallworld GIS. „In einem Pilotprojekt sind wir 2021 zunächst mit den Daten von einigen Umspannwerken gestartet“, so Malte Engelhardt. „Ende 2021 fiel dann die Entscheidung, das Projekt für das gesamte Netzgebiet umzusetzen. Da die Netzdaten bereits im richtigen Format vorlagen, erfolgte das Roll-out dann in kürzester Zeit. Die Systemintegration wurde im Rahmen des Projektes schließlich automatisiert, sodass nun wöchentlich ein aktuelles GIS-Extrakt über envelioConnect für die IGP importierbar ist.“

Grundlage für digitale Planungs- und Betriebsprozesse: Die Schnittstelle envelioConnect stellt die Betriebsmitteldaten aus dem GIS mit allen topologischen Informationen in der Intelligent Grid Platform von envelio bereit. So unterstützt die Schnittstelle die Bündelung aller Daten zu einem vollständigen, rechenfähigen Netzmodell.

Maßnahmen auf den Weg bringen

In die Zielnetzplanungen der DONETZ fließen nicht nur die technischen und topologischen Parameter des Netzes aus dem GIS ein. Auch die Verbrauchsdaten lassen sich mit der IGP bis auf die Ebene der einzelnen Haushalte in die Berechnung einbeziehen. Ausgehend von dem rechenfähigen Netzmodell und den jährlichen Daten der einzelnen Hausanschlüsse erfolgt die Planung dadurch ganzheitlich unter Betrachtung der aktuellen Auslastungen. „Die Kunst von envelio ist die Integration der Verbrauchsdaten“, so Malte Engelhardt. Betrachtet wurden verschiedene Szenarien für den Netzausbau, zum Beispiel in den Randgebieten Dortmunds, in denen der Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser am größten ist und ein verstärkter Einsatz von Wärmepumpen ins Kalkül gezogen werden muss. Nachgelagert spielen aber auch Wohnungsbaugesellschaften eine Rolle, die Wärmepumpen in deutlich höheren Leistungsklassen bei der DONETZ beantragen. „Mit envelio konnten wir schließlich das benötigte Mengengerüst für das Zieljahr, das wir gebildet hatten, ableiten und die sinnvollen operativen Schritte planen. Nun geht es darum, die konkreten Maßnahmen für die nächsten Jahre auf den Weg zu bringen.“

Creos: Lagegenaue Netzpläne für Luxemburg

Creos: Lagegenaue Netzpläne für Luxemburg

Neue GIS-Datenqualität durch geschickte Ideen, Tools und Services

Creos: Lagegenaue Netzpläne für Luxemburg

Luxemburg/Paderborn, September 2023.
Die Koordinaten von Grundkarte und Netzdaten können im GIS leicht auseinander driften. Mettenmeier liefert Creos nun die Lösungen für eine dauerhafte Lagegenauigkeit.

Creos Luxembourg S.A. setzt zur Netzdokumentation das Smallworld GIS mit diversen Fachschalen wie Strom und Gas ein. Bei den Stromnetzen sorgt eine Trassendarstellung für die lagegenaue Dokumentation. Als Hintergrund liegen in der Karte diverse Geobasisdaten aus unterschiedlichen Quellen und mit unterschiedlichen Genauigkeiten vor. In einem gemeinsamen Projekt mit der Mettenmeier GmbH galt es, die Vielzahl von Datenquellen zu einer harmonisierten Geobasis zu konsolidieren und die Netzdaten an die korrekte Position zu verschieben.

Erste Analysen erfolgten 2017

In einem ersten gemeinsamen Workshop waren die eigenen Geobasisdaten der Creos Ausgangspunkt der Betrachtung, Diese wurden in einer Topografie-Datenbank gehalten und fortgeführt. Auch eine amtliche Geobasiskarte lag als Testdatenbestand vor. Schnell stellte sich heraus, dass die Geobasisdaten weniger genau waren als zum Beispiel die Vermessung von Leitungen per GPS. Auch Luftbilder mit hoher Genauigkeit, die per SOM im GIS bereitgestellt wurden, zeigten mittlere bis große Differenzen. Die Folge: Die Geodatenbasis und die Netzdaten mussten manuell an die GPS-Vermessungsergebnisse angepasst werden. Aufgrund des hohen Aufwands kam dieses Verfahren jedoch nur in kleinen Teilnetzen zu Einsatz. Große Teile des Versorgungsgebietes waren noch nicht angepasst.

Pilotierung bringt Klarheit

Die Zielrichtung war klar: Die Herstellung lagegenauer Pläne für das gesamte Netz bei gleichzeitiger Erzielung von Einsparpotenzialen durch einen geschickten Mix aus Ideen, Tools und Services. „Es galt, ein schnelleres und kostengünstigeres Verfahren zu etablieren, welches Geodatenbasis und Netzdaten möglichst automatisiert, mindestens teilautomatisiert verschiebt,“ erklärt Jürgen Rehrmann, zuständiger Berater bei Mettenmeier. „Um dies zu erreichen, haben wir zunächst verschiedene Verfahren vorgestellt und eine Pilotierung empfohlen, um gemeinsam die Machbarkeit zu prüfen. Mit dem Piloten wollten wir das richtige Verfahren identifizieren, den Aufwand kalkulieren und bereits das konkrete Regelwerk festlegen.“

„Das Ergebnis der Pilotierung entsprach unseren Erwartungen. Die aufwendige Analyse und die strukturierte Vorgehensweise von Mettenmeier haben sich gelohnt.“

Jean Majerus, creos

Schrittweise zum lagerichtigen Plan

2022 startete das Pilotprojekt mit einem agilen, iterativen und zielorientierten Ansatz. Mithilfe des Smallworld-Tools „Easy Moving“ wurden die Positionen der vorhandenen Netzdaten lagerichtig verändert. Dabei hat das Projektteam auch neue, hochgenaue 360°-Panoramafotos berücksichtigt, die im Zweijahresrhythmus flächendeckend in Luxemburg erfasst werden. Da diese „Cycloramas“ auch genaue Koordinaten enthalten, hat Creos Nutzungsrechte an diesen Bildern erworben und als Basis für alle Netze mit ins Kalkül gezogen. Damit gelang es, sehr schnell zu lagerichtigen Netzdaten zu kommen. „Das Ergebnis der Pilotierung entsprach unseren Erwartungen,“ resümiert Jean Majerus, der die Netzdokumentation bei Creos verantwortet. „Die aufwendige Analyse und die strukturierte Vorgehensweise von Mettenmeier haben sich gelohnt.“

Grenzübergreifendes Projekt

Auf Basis des erstellten Regelwerks nahm das Projektteam 2023 drei weitere Gebiete in Angriff. Dabei kam erstmalig auch eine amtliche Geobasiskarte der Post zum Einsatz, die zwar lagegenau war, allerdings nur die Gebäudefronten enthielt. Zusätzlich wurden die genauen Grenzverläufe mit den Daten eines Dienstleisters eingespielt. Die Kombination dieser beiden Datenquellen erfüllt nun die Voraussetzung, zukünftig als gültige Hintergrundkarte für alle Leitungsnetze der Creos zu dienen. Mit diesen Ergebnissen und den vorherigen Rahmenbedingungen haben sich die Projektpartner schließlich auf folgendes Mischverfahren verständigt:

  • Nutzung der vorhandenen Grenzen
  • Erfassung der Gebäudeflächen auf Basis der Cycloramas
  • Anpassung der Netze an die aktualisierte Geobasis mit „Easy Moving“

Die Anpassung der Strom- und Fernmeldetrassen erfolgt letztlich in einem grenzübergreifenden Projekt durch das indische Partnerunternehmen AABSyS, das über einen CITRIX-Zugang direkt auf dem GIS der Creos arbeitet. „Gemeinsam mit dem Kunden und unserem indischen Partner AABSyS haben wir den richtigen Weg eingeschlagen und haben nun lagerichtige Geobasis- und Netzdaten in drei Gebieten erstellt,“ freut sich Projektleiterin Birgitta Wolf. Damit kann Creos künftig präzisere GIS-Analysen durchführen und Technologien wie GPS-Vermessung effizient nutzen.