Modul Rohrmanagement bei den Stadtwerken Unna

Modul Rohrmanagement bei den Stadtwerken Unna

Modul Rohrmanagement bei den Stadtwerken Unna

Breitbandausbau im GIS dokumentiert

Unna/Paderborn, April 2022.
Die Stadtwerke Unna GmbH setzt zur Dokumentation ihres Breitbandnetzes das „Modul Rohrmanagement“ zum Smallworld GIS ein. In einem umfassenden Projekt hat Mettenmeier im Auftrag der Stadtwerke 169 km Trasse mit fast 1.300 Hausanschlüssen zu einem wesentlichen Teil aus Altdaten der Fachschale Strom migriert, überarbeitet und ergänzt. Zu diesem Mischverfahren aus stufenweiser Migration und Erfassung gehörten auch die regelmäßige gemeinsame Ergebnisbewertung zur Optimierung der Migrationswerkzeuge und Erfassungsdurchführung.

Im Ergebnis liegen die Daten nun qualitätsgesichert im Modul Rohrmanagement als Breitbandtrassen, Rohrverbände und Hausanschlüsse vor. Zur Vervollständigung des Datenbestands setzen die Stadtwerke Unna nun das Zusatzmodul „Rohrmanagement Erfassung“ ein, um in einem letzten Prozessschritt eigenständig die genaue Kabelbelegung in den Rohren anhand der Spleißpläne zu dokumentieren.

Viele Netzbetreiber haben eine ähnliche Datenlage hinsichtlich Fernmeldekabeln und Breitbandnetzen. Während in der Vergangenheit häufig als „Workaround“ die Fachschale Strom-Mehrstrich zur Dokumentation genutzt wurde, bietet sich mit dem Modul Rohrmanagement heute eine optimierte Dokumentationssoftware. Für diese Netzbetreiber entwickelt Mettenmeier zurzeit eine Umstiegsstrategie „aus Mehrstrich zum Rohrmodul“. Dabei handelt es sich um ein Mischverfahren aus Tools, Routinen und manueller Nacharbeit, welches zu einem großen Anteil bei Kunden mit gleicher Datenlage eingesetzt werden kann.

Auch die Innenleben von Stromstationen wurden dokumentiert

In einem weiteren Projekt hat Mettenmeier für die Stadtwerke Unna die Stromstationen anhand einer Bilddokumentation in das GIS eingearbeitet. Von den etwa 400 Stationen lagen Detailaufnahmen vor, mit denen die Innenleben (Mittel- und Niederspannung) in nur wenigen Monaten digitalisiert wurden.

Fachschale Kanal beim Stadtentwässerungsbetrieb der Stadt Düsseldorf

Fachschale Kanal beim Stadtentwässerungsbetrieb der Stadt Düsseldorf

Fachschale Kanal beim Stadtentwässerungsbetrieb der Stadt Düsseldorf

Sonderbauwerke im Kanalnetz

Düsseldorf/Paderborn, April 2022.

Der Stadtentwässerungsbetrieb Düsseldorf setzt seit vielen Jahren erfolgreich das Smallworld GIS zusammen mit der Fachschale Kanal (Smallworld NRM Kanal) ein und beteiligt sich aktiv über die SWUG-Arbeitskreise und über Projekte an der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Software.

Mit dem Upgrade auf die Smallworld-Version 5.2 hat Mettenmeier im Auftrag des Stadtentwässerungsbetriebes nun erweiterte Funktionen für die Dokumentation von Sonderbauwerken in der Fachschale Kanal umgesetzt. Eine Arbeitsgruppe der Fachabteilungen Betrieb und Bau hatte zuvor in einem Anforderungskatalog definiert, welche bestehenden Objektklassen erweitert werden sollten und welche neuen Objektklassen im GIS benötigt werden. Dazu gehören zum Beispiel Lüfter, Motoren, Rückflussverhinderer, das Rührwerk oder auch der Stromnetzanschluss. Die Erweiterungen stehen allen Anwendern ab Version 5.3 im Standard der Fachschale Kanal zur Verfügung.

Getac UX10 bei der NBB

Getac UX10 bei der NBB

Getac UX10 bei der NBB

Ausdauernd und unverwüstlich

Berlin-Brandenburg/Paderborn, März 2022.

Wenn bei den Einsätzen am Netz mobile Daten verarbeitet werden, geschieht dies bei der NBB in der Regel auf robusten Getac-Tablets. Über 250 Geräte setzt der Netzbetreiber aus Berlin und Brandenburg aktuell in verschiedensten Prozessen ein. Das Modell Getac UX10 ist dabei der Dreh- und Angelpunkt vieler Tätigkeiten und ist wie der Werkzeugkasten oder die Schüppe ein selbstverständlicher Begleiter des mobilen Personals.
Größter Bereich ist die planmäßige vorbeugende Instandhaltung mit Tätigkeiten wie der Anlagenwartung, Armaturenwartung, Hausanschlussrevision oder den digitalen Abspürprozess. Im Zählerwesen unterstützen die Geräte jährlich etwa 15.000 Zählerbewegungen. Hinzu kommt der Bereich Planung & Bau mit über 4.000 Baumaßnahmen im Netzanschlusswesen.

Im Entstörungsdienst löst das Getac UX10 das aktuell vorhandene Modell Getac T800 ab. Dieses ist standardmäßig in der Mittelkonsole der Entstörungsfahrzeuge verbaut und steuert von dort aus sowohl die Navigation als auch den Office-Arbeitsplatz und die eingesetzte MGC-Software von Mettenmeier zur Störungsdokumentation. Auch ATEX-Spezialgeräte kommen zum Einsatz, um für die nötige Sicherheit in explosionsgefährdeten Bereichen zu sorgen.

Die Getac-Geräte genießen bei den operativen Einheiten der NBB eine hohe Akzeptanz. Die Robustheit, das Display, der Barcode-Reader und die gute Kamera sind dabei ebenso von Vorteil wie die einfache Bedienung, die lange Akkulaufzeit und die bewährte Einbindung in die IT-Welt.

Getac F110 im Einsatz bei den Stadtwerken Arnsberg

Getac F110 im Einsatz bei den Stadtwerken Arnsberg

Getac-Tablet und MGC im Einsatz bei den Stadtwerken Arnsberg

Getac F110: Vollständig vernetzt und mobil in der Wasserversorgung

Arnsberg, Januar 2022.
Garantierte Instandhaltung der Trinkwasserversorgung auch im Notfall Dank robuster F110-Tablets und der mobilen GIS-Lösung MGC bei den Stadtwerken Arnsberg.

Herausforderung

Für eine mobile, schnelle und allzeit verfügbare Darstellung des Trinkwasserversorgungsnetzes Arnsberg ist ein robustes, hochleistungsfähiges und jederzeit einsetzbares Gerät mit langer Akkuleistung notwendig. Insbesondere im Bereitschafts- und Notfalldienst muss sichergestellt sein, dass eine Auskunft über das Leitungsnetz immer kurzfristig und vor Ort erfolgen kann und das bei beliebiger Wetterlage, Staub- oder Feuchtigkeitseinwirkung und zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Lösung

Das enge Zusammenspiel von robuster Hardware von Getac und der GIS-Software MGC von Mettenmeier gibt den Monteuren auf der Baustelle die Sicherheit, dass die notwendigen Informationen jederzeit, auch unter schwierigen Bedingungen, abgerufen werden können. So lassen sich Sachverhalte bereits vor Ort beurteilen und Entscheidungen können zeitnah getroffen werden.

Vorteile

Ein entscheidender Faktor bei der Auswahl der Geräte war die Sicherheit, dass in nahezu jeder Situation eine Auskunft über das Versorgungsnetz vor Ort erfolgen kann. Die hohe Leistungsfähigkeit sowie die robusten Eigenschaften und die daraus resultierende Verlässlichkeit des Getac F110 vereinfachen und beschleunigen die Auskunftsprozesse um 50 Prozent. Die besonders lange Akkuleistung gewährt einen reibungslosen Einsatz während des gesamten Arbeitstages.

Video Case Study

Bei den Stadtwerken Arnsberg fanden 2021 Dreharbeiten rund um das Wasserleitungsnetz statt. Einer der Hauptdarsteller: das robuste Getac-Tablet F110. Der Einsatz des Gerätes in der Praxis zusammen mit der mobilen GIS-Lösung MGC ist jetzt in einem spannenden Video zu sehen.

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Weitere Informationen

F110

Das vollrobuste F110 verfügt über die Leistung und Funktionsvielfalt eines Büro-Computers, ohne auf die schlanken Maße und einfache Fahrzeugmontage eines Tablets verzichten zu müssen. Das 11,6 Zoll große Display bietet sowohl als Touchscreen als auch bei geteiltem Bildschirm eine sehr komfortable Bedienung, und die wegweisende Konnektivität ermöglicht produktives Arbeiten.

MGC – Web-GIS und mobile Apps

Mit der mobilen GIS-Auskunftslösung MGC haben die Monteure Zugriff auf den Übersichtsplan und die Bestandsdaten des gesamten Leitungsnetzes sowie die Katasterdaten. Vor allem in Gebieten mit schwacher Netzabdeckung bietet die Offline-Variante des MGC eine zuverlässige Versorgung mit GIS-Daten.

100.000 Planauskünfte bei der EAM Netz

100.000 Planauskünfte bei der EAM Netz

MGC Planauskunft im Einsatz bei der EAM Netz GmbH

100.000 Planauskünfte in vier Jahren

Kassel/Paderborn, Januar 2022.
Die EAM Netz GmbH aus Kassel konnte im November 2021 ein Jubiläum der besonderen Art feiern: die einhunderttausendste Leitungsauskunft mit dem Planauskunftsportal „PAP“.

Planauskunft mit Prozesssteuerung

Mit rund 50.000 Kilometer Strom und Erdgasnetz sorgt die EAM Netz GmbH aus Kassel, eine hundertprozentige Tochter der EAM, für die sichere Versorgung von 1,4 Millionen Menschen in der Mitte von Deutschland. Entsprechend hoch ist der Bedarf an Netzauskünften: Seit Inbetriebnahme des neuen Planauskunftsportals von Mettenmeier im November Jahr 2017 werden jährlich über 20.000 Anfragen abgewickelt. Bürger, Behörden, Bauunternehmen, Planungsbüros und andere Vertragspartner nutzen diesen „Self-Service“, um Pläne und Informationen über die Netzinfrastruktur eigenständig abzurufen. Schrittweise und selbsterklärend von der Eingabe der Baumaßnahme bis hin zur PDF-Generierung werden registrierte Anwender durch den Auskunftsprozess geführt – rechtssicher und konform zu den Richtlinien GW 118 und VDE-AR-N 4203.

Planauskunft leicht gemacht: von Auswahl in der Karte bis zum fertigen PDF-Plan für Strom und Gas

Unser großes Ziel war ein hoher Automatisierungsgrad, den wir mit dem Portal erreichen wollten.

Rainer Gersmeier, EAM Netz GmbH

Hohe Automatisierung

Während die Partner und Kunden der EAM mit dem Portal einen attraktiven und effizienten Service nutzen, profitiert das Unternehmen von der hohen Prozessautomatisierung. „Früher mussten wir jeden einzelnen Plan im GIS manuell erstellen“, so Rainer Gersmeier, IT-Verantwortlicher für die GIS-Applikationen und Systeme der EAM. „Unser großes Ziel im Hinblick auf die wirtschaftliche Betrachtung war ein hoher Automatisierungsgrad, den wir mit dem Portal erreichen wollten.“ Der gesamte Auskunftsprozess wird dabei im Sinne von Business Process Management (BPM) über eine integrierte Workflowengine gesteuert, die eine schnelle Anpassung an spezifische Anforderungen im Prozessablauf ermöglicht. Dadurch lässt sich die Automatisierung der Planauskunft signifikant erhöhen, vor allem bei Standardfällen. Außerdem unterstützt die Lösung die mandantenabhängige Vorgehensweise der EAM, um beispielsweise Daten weiterer Netzbetreiber oder Tochterunternehmen in das System aufzunehmen und auch diese automatisiert zu beauskunften. Durch die konsequente Nutzung von Webtechnologien ist clientseitig bei den Nutzern keine Installation von Software notwendig. Die eingesetzte Lösung ist also BPM-Lösung und Web-GIS in einem.

GIS-Daten aus G!NIUS

„Eine erste spürbare Vereinfachung war die automatische Erzeugung der Pläne“, bestätigt Thorsten Kurz, der seitens der EAM als Fachadministrator verantwortlich für den reibungslosen Betrieb der Planauskunft ist. „Heute sind wir in der Lage, bis zu 70 % der Anfragen vollautomatisch durch den Prozess abzuwickeln, ohne dass ein Sachbearbeiter involviert werden muss. Dafür hatten wir bei der Systemeinführung und einer gründlichen Testphase insbesondere die GIS-Daten im Blick.“ Mit einer eigens entwickelten Schnittstelle werden die Daten aus „G!NIUS“ von Hexagon im Auskunftsportal bereitgestellt, welches technologisch auf der „MGC Planauskunft“ von Mettenmeier basiert. Um sicher zu gehen, dass der Datenfluss verlässlich funktioniert, hat die EAM in den ersten Monaten der Nutzung alle automatisch erzeugten Plananfragen auch manuell geprüft. „Als wir uns sicher waren, dass alle GIS-Objekte ordnungsgemäß in der Planauskunft dargestellt werden, sind wir in den automatisierten Betrieb übergegangen“, berichtet Thorsten Kurz. So stellt das Portal die im GIS-Bestandsplan dokumentierten Leitungen und Anlagen heute schnell und zuverlässig bereit. Manuelle Auskünfte unterstützt die Lösung zum Beispiel bei Stellungnahmen, bei Sperrflächen für besonders schützenswerte Anlagen wie Gashochdruckleitungen oder im Rahmen von Planungsanfragen, die abteilungsübergreifend bei der EAM Netz zu koordinierten Maßnahmen führen, zum Beispiel bei größeren Bauprojekten, Neubaugebieten oder Kanalsanierungen.

Zur Gesamtarchitektur gehört auch eine SAP-Schnittstelle, mit der das Portal an das PM-Modul für die Instandhaltung angebunden ist. Wenn ein Bauunternehmen beispielsweise eine Auskunft für das Stromnetz erfragt, erstellt das System einen SAP-Auftrag. Damit sind die Regioteams an den dezentralen EAM-Standorten in der Lage, eine Verknüpfung zur Abrechnung und zur internen Buchung herzustellen sowie die weiteren, daraus folgenden Tätigkeiten abzuwickeln.

Über 10.000 Anwender

Dadurch dass das Handling im Portal von Beginn an durchdacht und selbsterklärend war, können heute Anfragen in allen Größen abgewickelt werden – von Kleinstprojekten wie einem privaten Carport oder Swimmingpool bis hin zu großen Trassenanfragen beim Autobahnbau oder bei flächendeckenden Breitbandprojekten, für die bestimmte Begrenzungen festgelegt sind. Dementsprechend ist auch die Zahl der Anwender rasant gestiegen. Aktuell verwaltet die EAM in dem Portal ca. 10.600 externe registrierte User.

„Zusammenfassend können wir feststellen, dass wir mit der Lösung unsere Zielsetzung einer hohen Automatisierung nach weniger als einem Jahr erreicht hatten. Die Schnittstelle läuft problemlos, der nächtliche Datenabgleich zwischen GIS und Planauskunft sorgt für Aktualität, die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden deutlich entlastet und die Zusammenarbeit mit Mettenmeier als Produkthersteller und dem IT-Dienstleister hat immer bestens funktioniert“, resümiert Rainer Gersmeier. „Dass wir jetzt die Schallmauer von 100.000 erfolgreich abgearbeiteten Anfragen durchbrochen haben, ist eine Bestätigung unserer Arbeit und des gewählten Lösungsansatzes.“ Mit dem Erfolg im Rücken hat die EAM auch schon die nächsten Schritte im Visier. Dazu gehören die stärkere Nutzung von REST-Schnittstellen, Webservices und eines Cloud-basierten Data Lakes, mit dem künftig BI-basierte Auswertungen der vielen Tausend Planauskünfte unternehmensweit genutzt werden können.

NAVA im Einsatz bei der Nordwasser GmbH

NAVA im Einsatz bei der Nordwasser GmbH

NAVA im Einsatz bei der Nordwasser GmbH

In der Hansestadt wird’s digital

Paderborn, November 2021.
Im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie setzt die Nordwasser GmbH aus Rostock bei der Vermessung von Grundstücksanschlüssen auf die App NAVA.

Digitalisierung der Hausanschlussvermessung

Die Nordwasser GmbH realisiert pro Jahr ungefähr 800 Baumaßnahmen mit ca. 1.000 Einmessungen von Grundstücksanschlüssen. Wie bei vielen Netzbetreibern üblich, erfolgte dieser Prozess zuvor manuell und formulargebunden und nur mit wenig Systemunterstützung. Der Weg der Messergebnisse führte über Medienbrüche und war daher mit hohem Zeitaufwand verbunden. Formulare wurden per Hand ausgefüllt, die Messungen wurden auf Papier dokumentiert, gescannt und gemailt oder sogar per Kurier versendet. In der Technischen Dokumentation kamen weitere manuelle Schritte hinzu, bis der „Idealzustand“ im GIS letztlich erreicht wurde. Eine Digitalisierung lag auf der Hand, schließlich ist die Umsetzung digitaler Prozesse und Strukturen ein wesentliches Handlungsfeld des kommunalen Unternehmens. An dieser Stelle kam die App NAVA ins Spiel. Sie wurde zu einem wichtigen digitalen Baustein bei der Errichtung von Grundstücksanschlüssen und zu einem Beschleuniger des Gesamtprozesses, an dem unterschiedliche Abteilungen und Standorte beteiligt sind.

Hohe Anforderungen an die Software

Vor der Systemeinführung stand die Marktsondierung vor dem Hintergrund sorgfältig aufgenommener Anforderungen. Die Expertise in allen GIS-Fragen brachte die Technische Dokumentation der Nordwasser ein. Deren Sachgebietsleiter Stefan Hammann war maßgeblich an der Systemeinführung beteiligt: „Unsere Anforderungen haben wir abteilungsübergreifend koordiniert. Mit dabei waren auch das Anschlusswesen mit den Grundstückssachbearbeitern, der Netzbau mit den Meistern und Monteuren als Anwender der App und der Bereich IT-Anwendungen, der die Themen Systemintegration und Mobile Device Management verantwortet.“ In der anschließenden Ausschreibung mussten die Projektpartner ESN und Mettenmeier mit NAVA den Beweis antreten, dass sie das formulierte Lastenheft erfüllen: Bei wichtigen Kriterien, wie der „Abbildung des bestehenden Workflows“ und der „Bedienung durch die Sachbearbeiter im Anschlusswesen“ konnte NAVA mit leicht konfigurierbaren Auftragsvorlagen und Bauteilekatalogen punkten. Zum Beispiel wurden die relevanten GIS-Felder mit repräsentativen Skizzen abgeglichen und eingerichtet. Auch wurden wichtige Felder für die Zuordnung von Aufträgen und Aufgaben zum Grundstückssachbearbeiter und zum ERP-System „kVASy“ ergänzt. „Auf diese Weise wollten wir sicherstellen, dass wir bewährte Arbeitspraktiken beibehalten und gleichzeitig den Prozess vollständig digitalisieren,“ so Hammann. Im NAVA-Manager legt der Sachbearbeiter zu jedem Hausanschluss¬antrag einen Auftrag an und übermittelt diesen per Knopfdruck wahlweise an die NAVA-App der Monteure der Nordwasser oder zukünftig an einen Dienstleister.

Einmessung per Smartphone durch die Monteure

Nachdem der Grundstücksanschluss gelegt wurde, arbeitet der Monteur vor Ort alle weiteren Schritte mit der App ab: Sachdaten wie Material oder Dimensionen erfassen, Formularfelder des Feldbuchs ausfüllen, Zählerstände und Bauteile fotografieren und nicht zuletzt die Aufnahme der Messdaten und die Anfertigung der Skizze. Dazu nimmt er zunächst eindeutige Bezugspunkte (Fluchtpunkt, Nullpunkt) für die Einmessskizze auf, zum Beispiel die Gebäudeecken oder bereits im GIS dokumentierte Objekte wie Schächte. Anschließend misst der Monteur die Bauteile, angefangen mit der Ventilanbohrschelle oder dem Wasserabzweig über den kompletten Leitungsverlauf mit seinen Knickpunkten bis hin zur Hauseinführung. Im abschließenden Prüfmodus validiert die App die Punkte und überführt diese in eine Skizze mit automatischer Orthogonalbemaßung und absoluter Georeferenzierung durch den Monteur. Der Leitungsverlauf wird zusätzlich über Fotos visualisiert, die bei der Messung aufgenommen und den Bauteilen zugeordnet werden.

Fotos: Nordwasser GmbH

Von der Baustelle per Schnittstelle direkt ins GIS

Bei der Integration der vor- und nachgelagerten Systeme spielt die Smallworld-Schnittstelle eine zentrale Rolle. Sobald der Monteur den Grundstücksanschluss mittels mobiler Endgeräte eingemessen hat, startet ein durchgängig digitaler Prozess, der bis ins GIS reicht. Weil NAVA als Cloud-Lösung automatisch zwischen der Baustelle und dem Büro synchronisiert, stehen alle erfassten Auftragsinformationen sofort auch im NAVA-Manager im Innendienst zur Verfügung und werden über die Schnittstelle an das Smallworld GIS übertragen. Die Technische Dokumentation georeferenziert den Auftrag anschließend anhand der Bezugspunkte im GIS und wandelt die eingemessenen Bauteile mithilfe der in den 3D-Punkten enthaltenen Sachdaten in die korrekten Objektklassen um. Dabei wird die Skizze per Translation und Rotation auf den Nullpunkt und die Flucht eingepasst, um den gesamten Anschluss in den GIS-Datenbestand zu überführen. Auf diese Weise ist Nordwasser heute in der Lage, die Grundstücksanschlüsse sehr effizient im GIS zu erfassen. „Mit der Einführung von NAVA reduzieren wir den bürokratischen Aufwand im Prozess insgesamt um ca. 50 %“, freut sich Stefan Hammann. „Dazu gehören ineffiziente Tätigkeiten wie das Kopieren, Lochen, Scannen, Weiterleiten oder mehrfaches Abspeichern, aber auch Rückfragen zu Handskizzen oder fehlenden Messwerten.“

Smallworld-Schnittstelle – Projektpartner ESN und Mettenmeier arbeiten Hand in Hand

Die Schnittstelle überträgt die eingemessenen Skizzen mit allen Bauteilen, Fotos und PDF-Dokumenten ins GIS, wo diese mit wenigen Mausklicks georeferenziert und mit allen Bauteilsachdaten in der Smallworld-Datenbank „3D-Messung“ gespeichert werden, die zum 3D-Modell der Schnittstelle gehört. Die anschließenden Konstruktionsarbeiten erledigt die Schnittstelle automatisch. Die von Nordwasser gewünschten Schnittstellenanpassungen haben ESN und Mettenmeier zeitnah umgesetzt. Sie sichern die Kompatibilität aller von ESN bereitgestellten Fachschalen und sind sowohl für eine manuelle als auch für eine automatisierte Weiterverarbeitung zur Objektbildung im GIS die gemeinsame Basis.

Überzeugende Genauigkeit

Bei den Anforderungen stand auch die Genauigkeit der Messungen ganz weit vorn. Weil diese bei der NAVA-App stark von der eingesetzten Hardware abhängt, hat Nordwasser zuvor einen Test beauftragt, in dem mehrere Smartphone-Modelle miteinander verglichen wurden. Die Entscheidung fiel auf das Samsung Galaxy S20+, das mit wenigen Zentimetern Abweichung von der tachymetrischen Vermessung deutlich unter der berühmten Spatenbreite bleibt. Auch die eigenen Feldtests der Nordwasser bestätigten die guten Messergebnisse des Gerätes, für das Mettenmeier im Rahmen der Wartung den Support von NAVA zusichert. Die integrierte Qualitätssicherung der App trägt ebenfalls zur Genauigkeit der Messung bei. „Über ein Ampelsystem sieht der Monteur bereits vor Ort, ob das interne Modell der App ausreichend Daten für eine genaue Messung hat“, erklärt Stefan Hammann. „Ein weiterer Faktor ist die Schulung der Mitarbeiter, denn die Bezugspunkte und der Leitungsverlauf sollten genau anvisiert werden.“ Im GIS zeigt sich die Genauigkeit dann beispielsweise bei einem Vergleich der NAVA-Skizze mit bereits existierenden tachymetrisch gemessenen Schachtkoordinaten. Die Orientierung an vorhandenen Referenzpunkten bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich: „Mit NAVA sind wir heute in der Lage, Gebäudeanschlüsse in Neubaugebieten lagegenau ins GIS einzuarbeiten, bevor die amtlichen ALKIS-Daten zu den Liegenschaften vorliegen.“

Abwasser-Grundstücksanschlüsse im Visier

Mit der Einmessung von Abwasser-Grundstücksanschlüssen ist das nächste Teilprojekt bereits gestartet. Mithilfe von repräsentativen Anschlussskizzen und der bewährten NAVA-Konfiguration aus dem Trinkwasserbereich hat Nordwasser dafür bereits die Unterschiede herausgearbeitet. Dieses Delta liefert die wesentlichen Anforderungen für die Kanal-Konfiguration im NAVA-Manager, insbesondere an die Auftragsvorlage mit ihren Kopfdaten und den Feldbucheinträgen sowie die Bauteilkataloge und Bauteilformulare. Diese Anpassungen konnte Nordwasser bereits mit einfachen Systemkonfigurationen durch geschultes Fachpersonal lösen. Noch weniger Aufwand bereitet die NAVA-Schnittstelle zum GIS, weil sie im Standard bereits für die Nutzung weiterer Sparten wie Kanal vorbereitet ist. Geplant ist künftig auch die Ablösung des papierbasierten Schadensberichts durch digitale NAVA-Formulare. Dies betrifft etwa 250 Reparaturen an Trinkwasserleitungen pro Jahr inklusive anschließender Vermessung. Hinzu kommt die Einmessung fehlender Objekte wie Schächte oder Hydranten, deren Ergebnisse dann künftig ebenfalls per Schnittstelle an das GIS übertragen werden sollen.